Verstehen, worum es bei Schizophrenie überhaupt geht und häufige Missverständnisse

Verängstigter Mann mit Schizophrenie

Geschichte auf einen Blick

  • Es wird geschätzt, dass 54 Millionen Menschen pro Jahr von einer psychischen Erkrankung betroffen sind. Die häufigsten, von denen Sie vielleicht schon gehört haben, sind Depressionen, bipolare Störungen, Angstzustände und Schizophrenie
  • Schizophrenie ist eine Krankheit, die die Art und Weise, wie Sie die Realität wahrnehmen, beeinflusst und große Verhaltensänderungen verursachen kann
Textgröße:

Psychische Störungen werden in den Medien oft in einem schlechten Licht dargestellt, was zu negativen Stereotypen führt, die in der amerikanischen Kultur längst verankert sind. Doch ebenso wie körperliche Beschwerden sind psychische Störungen Krankheiten, und diejenigen, die darunter leiden, brauchen Hilfe und Unterstützung.

Es gibt sicherlich einen Mangel an Verständnis und Aufklärung darüber, wie man mit psychischen Erkrankungen umgeht, da sich Familien typischerweise auf die körperliche Gesundheit konzentrieren. Sie können eine Erkältung leicht bewältigen, aber wenn ein Familienmitglied eine Geisteskrankheit entwickelt, sind Sie sich nicht sicher, was Sie tun sollen.

Es wird geschätzt, dass 54 Millionen Amerikaner pro Jahr von einer psychischen Erkrankung betroffen sind. Die häufigsten Arten, von denen Sie vielleicht schon gehört haben, sind Depressionen, bipolare Störungen, Angstzustände und Schizophrenie. Speziell bei der letzten Krankheit gibt es wohl am meisten Missverständnisse.

Häufige Missverständnisse in Bezug auf Schizophrenie

Es gibt viele Missverständnisse in Bezug auf die Schizophrenie. Die folgenden Beispiele sind die prominentesten, die Ihnen vielleicht schon bekannt sind:

Schizophrene haben mehrere Persönlichkeiten: Es ist unsicher, wie diese Vorstellung sich entwickelte, aber Schizophrene haben keine "gespaltenen" oder mehrere Persönlichkeiten.

Die Vorstellung mag vom Namen selbst kommen, wobei das Wort "schizo" Spaltung bedeutet, aber das Wort bezieht sich eigentlich auf die Fähigkeit eines Menschen, zu denken und Gefühle auszudrücken.

Bei Menschen mit mehreren Persönlichkeiten wird eine dissoziative Identitätsstörung diagnostiziert.

Schizophrene zeigen ein gefährliches Verhalten: Dieser Mythos kommt wahrscheinlich von der ständigen negativen Darstellung der Schizophrenie in Filmen.

Menschen mit Schizophrenie werden oft als Kriminelle dargestellt oder haben ein paranoides Verhalten, das ihre Familien oder Freunde gefährden könnte.

In Wahrheit begehen nur sehr wenige Schizophrene Verbrechen, und wenn sie geschehen, dann wurden 23 Prozent ihrer Verbrechen direkt durch ihre Symptome verursacht.

Schizophrenie kann nicht behandelt werden: Obwohl es wahr ist, dass es für Schizophrenie keine Heilung gibt, heißt das nicht, dass man Schizophrenen nicht helfen kann.

Eine Kombination verschiedener Behandlungsmethoden kann das Risiko für einen Schizophrenieanfall reduzieren. Tatsächlich erholen sich viele Schizophrene wieder sehr gut und zeigen in der von ihnen gewählten Karriere sehr gute Leistungen.

Schizophrenie wird durch schlechte Erziehung oder eine schlechte Kindheit verursacht: Oft wird spekuliert, dass der Grund für die Schizophrenie auf eine schwierige Kindheit zurückzuführen ist.

Dies ist nicht der Fall, da Schizophrenie durch ein komplexes Zusammenspiel von Genen und Ihrer Umgebung verursacht wird. Ihre Erziehung spielt dabei nur eine untergeordnete Rolle.

Was ist Schizophrenie überhaupt?

Schizophrenie ist eine Krankheit, die die Art und Weise, wie man die Realität wahrnimmt, beeinflusst und große Verhaltensänderungen verursachen kann.

Die Definition der Symptome umfasst:

  • Wahnvorstellungen: Eine feste Überzeugung oder Idee, die nicht wirklich wahr ist. Dies manifestiert sich häufig in Form von paranoiden Gedanken über Regierungsagenten, Aliens oder andere übernatürliche Wesen.
  • Halluzinationen: Das sind Dinge, die nur der Schizophrene fühlen, hören oder sehen kann.
  • Wirre Sprache: Schizophrene weisen typischerweise Schwierigkeiten auf, einen Gedankengang aufrechtzuerhalten.
  • Unorganisiertes Verhalten: Dies bezieht sich auf Verhalten, das außerhalb des Kontextes liegt, wie z.B. Reaktionen, die im Gegensatz zu dem stehen, was erwartet wird.
  • Negative Symptome: Dies bezieht sich auf das Fehlen von normalem Verhalten, wie z.B. mangelnde Begeisterung für Aktivitäten oder fehlender emotionaler Ausdruck.

Forscher sind sich nicht sicher, wie sich Schizophrenie entwickelt, aber es wird oft angenommen, dass die Gene und die Umgebung, in der man lebt (Erziehung, Wohnort, etc.), eine Rolle spielen.

Es gibt auch Hinweise darauf, dass Schizophrenie eine erbliche Komponente hat. Wenn Sie einen schizophrenen Verwandten haben, besteht die Chance, dass auch Sie daran erkranken.

Die Behandlung von Schizophrenie beruht auf einer Kombination verschiedener Methoden, die alle zusammenarbeiten, um die Symptome zu behandeln. Eine gesunde Ernährung, Bewegung und unterstützende Therapie werden generell empfohlen, um das Risiko für eine Erkrankung zu senken. Auch Medikamente können verschrieben werden, aber seien Sie sich bewusst, dass sie viele Nebenwirkungen haben.

Frühe Anzeichen von Schizophrenie bei Kleinkindern

Bei Kleinkindern schließen frühe Anzeichen von Schizophrenie typischerweise Entwicklungsprobleme wie spätes Gehen, abnormes motorisches Verhalten, Sprachverzögerungen oder ungewöhnliches Krabbeln ein. Bei älteren Kindern können jedoch detailliertere Symptome auftreten, die auf eine Schizophrenie hindeuten.

Laut Dr. Rochelle Caplan vom Child Mind Institute gehören dazu:

  • Schwierigkeiten bei der Aufrechterhaltung der Aufmerksamkeit
  • Rückzug aus der sozialen Interaktion
  • Angst aufgrund von Halluzinationen
  • Reizbarkeit und Wutprobleme aufgrund dessen, was sie erleben
  • Schwierigkeiten mit dem Schlaf, weil die Halluzinationen häufiger auftreten könnten

Insbesondere Halluzinationen sind für Kinder sehr schwierig, da sie als beängstigende oder bedrohliche Gedanken erscheinen können, was die Schlafstörungen eines Kindes erklären kann. Sie können auch bemerken, dass sich einige Verhaltensweisen im Laufe der Zeit ändern, wie z.B. ein wachsendes Desinteresse an Hobbys.

Auch Probleme beim Sprechen können allmählich auftreten. Caplan sagt, dass man vielleicht denkt, dass das eigene Kind rebelliert, tatsächlich könne es sich aber um Schizophrenie in einem frühen Stadium handeln.

Sollte eines der von Caplan beschriebenen Symptome auftreten, konsultieren Sie sofort einen auf Kinder- und Jugendpsychiatrie spezialisierten Arzt. Er wird Ihnen helfen, den Zustand Ihres Kindes zu beurteilen und einen angemessenen Behandlungsplan für Ihr Kind auszuarbeiten.

Mögliche Indikatoren für Schizophrenie bei Jugendlichen

Die Entwicklung von Schizophrenie bei Jugendlichen dauert in der Regel neun Monate, und während dieser Zeit, könnten Sie denken, dass Ihr Teenager unter häufig bei Jugendlichen vorkommenden Problemen wie Angstzustände und Depressionen leidet.

Die folgenden Anzeichen können jedoch darauf hindeuten, dass Ihr Teenager eine Schizophrenie entwickelt:

  • Sozialer Rückzug
  • Rückgang der Schulleistungen
  • Probleme beim Schlafen
  • Reizbarkeit und depressive Stimmung
  • Mangelnde Motivation für Aktivitäten

Schizophrene Jugendliche könnten auch damit beginnen, grundlegende Routinen wie die Körperpflege zu vergessen und Probleme mit dem Sprechen zu haben. Sie können auch unangemessene Reaktionen auf bestimmte Situationen zeigen, wie das Lachen in einem traurigen Film.

Suchen Sie sofort Ihren Arzt auf, wenn Ihr Kind eines dieser Zeichen zeigt.

Es ist normal, sich Sorgen zu machen, wenn Ihr Kind Verhaltensänderungen durchläuft, während es heranwächst, und Sie könnten es als eine Phase betrachten, die die meisten Kinder durchlaufen.

Es ist schwer, wenn man herausfindet, dass das eigene Kind vielleicht eine Geisteskrankheit haben kann, besonders in einem frühen Alter. Die Diagnose von Schizophrenie ist eine ernste Angelegenheit, die nicht nur Ihr Kind, sondern auch Ihre ganze Familie betrifft.

Wenn bestimmte Symptome der Schizophrenie auftreten, wie Wahnvorstellungen, paranoide Gedanken, Halluzinationen, unorganisierte Sprache und Denken, sollten Sie Ihr Kind sofort zum Arzt bringen. Frühzeitige Hilfe ermöglicht es Ihnen und Ihrer Familie, die Schizophrenie Ihres Kindes zu bewältigen und ihm zu ermöglichen, das Leben zu genießen, wie es jedes Kind sollte.

Nehmen Sie diese Praktiken an, damit Sie das Leben in vollen Zügen genießen können

Wenn bei Ihnen selbst Schizophrenie diagnostiziert wird, ist die Akzeptanz Ihrer Krankheit nur der erste Schritt zur Genesung. Es ist besser, mit Schizophrenie zu "leben", als sie zu "überleben".

Die folgenden Praktiken werden als Hilfe empfohlen, um das Leben zu leben und zu genießen:

Essen Sie eine gesunde Ernährung: Nahrungsmittel, die reich an Omega-3-Fettsäuren sind wie wild gefangener Alaska-Lachs, Sardinen und Sardellen, sowie solche, die reich an den Vitaminen C und E sind, reduzieren die Symptome der Schizophrenie. Auch Krillöl-Ergänzungen sind eine gute Quelle für Omega-3, wenn Sie keine organischen Quellen erhalten können. Vergessen Sie nicht, Lebensmittel zu konsumieren, die reich an anderen essentiellen Nährstoffen sind, wie Bio-Rohkost, Fleisch von Weidetieren und Kokosnussöl.

Treiben Sie regelmäßig Sport: Sport und Bewegung gehört zum Besten, was man tun kann, um den eigenen Körper zu stärken, aber er kann auch helfen, darüber hinaus Ihr Geisteswohl zu verbessern. Versuchen Sie, eine Sportart zu finden, die Ihnen gefällt, damit Sie Spaß beim Sport haben.

Lernen Sie, wie Sie Stress und Ängste kontrollieren können: Das Leben mit Schizophrenie kann körperlich anstrengend sein, deshalb ist es wichtig zu lernen, wie Sie Ihre Arbeitsbelastung kontrollieren können, damit Sie sich nicht überfordert fühlen.

Sie können die Emotional Freedom Techniques (EFT) erlernen, eine Methode, bei der Sie Ihre Fingerspitzen auf bestimmte Energiemeridiane auf Kopf und Brust legen, während Sie positive Affirmationen aussprechen, um negative Emotionen zu entfernen und Sie zu positiven Zielen zu inspirieren.

Vermeiden Sie soziale Isolation: Es ist wichtig, dass Sie nie zu lange isoliert werden, da dies Ihre Halluzinationen und Paranoia verschlimmern könnte. Treffen Sie stattdessen die bewusste Entscheidung auszugehen und Zeit mit einem Freund oder Familienmitglied für ein einfaches Gespräch zu verbringen.

Pflegen Sie enge Freundschaften und entwickeln Sie Ihre Sozialkompetenz: Wenn Sie enge Freunde haben, mit denen Sie regelmäßig sprechen können, kann das enorm helfen, besonders in Zeiten, in denen Sie sich schlecht fühlen.

Eine Verringerung Ihrer Zuckeraufnahme kann helfen, Schizophrenie besser zu managen und Ihre körperliche Gesundheit zu verbessern.

Es wurde festgestellt, dass eine Ernährung mit hohem Zuckergehalt die Neigung zur Schizophrenie beeinflusst. Es wird spekuliert, dass Zucker die Fähigkeit des Gehirns unterdrückt, ein Hormon zu produzieren, das als Neurotropin (brain-derived neurotrophic factor BDNF) bezeichnet wird, ein Hormon, das für die Produktion gesunder Neuronen im Gehirn verantwortlich ist.

Umgekehrt können niedrige BDNF-Werte zu einer Schrumpfung des Gehirns im Laufe der Zeit führen, was bei Schizophrenen tatsächlich festgestellt wurde.

Das Wichtigste ist, die Zuckerzufuhr zu reduzieren. Nahrungsmittel mit hohem Zuckergehalt sind mit chronischen Entzündungen im ganzen Körper verbunden und können, wie bereits erwähnt, auch eine Schizophrenie verstärken. Ebenso wichtig ist eine Reduktion des Konsums verarbeiteter Lebensmittel und Getreide.

Ersetzen Sie Ihre zuckerhaltige verarbeitete Nahrung durch biologisches Obst und Gemüse und Fleisch von Weidetieren, um Ihrem Körper die Nährstoffe zu geben, die er für eine optimale Gesundheit benötigt. Probiotisch reiche Nahrung kann bei der richtigen Gehirnfunktion und dem psychologischen Wohlbefinden ebenfalls helfen.

Omega-3-Fettsäuren können Ihre allgemeine psychische Gesundheit verbessern

Es gibt viele Belege für den Nutzen von Omega-3-Fettsäuren für die körperliche Gesundheit, was aber erstaunlich ist, ist, dass sie auch dazu beitragen können, Ihre geistige Gesundheit zu verbessern.

Laut einer in Schizophrenic Research veröffentlichten Studie hat die Einnahme eines Omega-3-Ergänzungsmittels zusammen mit den Vitaminen E und C einen deutlichen Rückgang der positiven und negativen Symptome bei Schizophrenen nach vier Monaten der Behandlung gezeigt.

Es wird empfohlen, dass Sie Omega-3-Fettsäuren aus fettem Fisch wie z.B. Wildlachs, Sardinen und Sardellen zu sich nehmen, da sie hohe Konzentrationen dieses Nährstoffs enthalten.

Wenn Sie jedoch keine organischen Quellen dieser Fische erhalten können (weil kommerziell angebaute Fische mit Schadstoffen kontaminiert sind), reicht ein hochwertiges Krillöl-Ergänzungsmittel. Krillöl wird aus unberührten Ozeanen geerntet, weit weg von der Verschmutzung, was es zu einer sauberen, organischen Quelle für Omega-3-Fettsäuren macht.

Häufig verschriebene Medikamente gegen Schizophrenie und ihre Nebenwirkungen

Medikamente gelten als "Eckpfeiler" der Behandlung von psychischen Störungen. Vor allem Antipsychotika werden häufig zur Behandlung der Symptome der Schizophrenie verschrieben. Allerdings haben sie viele Nebenwirkungen, von denen einige lebensbedrohlich sind.

Es gibt zwei Arten von Antipsychotika, die heute verkauft werden. Die erste sind die typischen Antipsychotika, die die erste Generation von Antipsychotika sind, die in den 1950er-Jahren entwickelt wurden. Die zweite Art sind die atypischen Antipsychotika, die in den 90er-Jahren mit der Absicht entwickelt wurden, weniger Nebenwirkungen hervorzurufen.

Die folgende Tabelle zeigt die üblicherweise verordneten Antipsychotika der ersten und zweiten Generation:

Erste Generation (typisch) Zweite Generation (atypisch)

Chlorpromazin (Thorazin)

Aripiprazol (Abilify)

Fluphenazin (Prolixin)

Asenapin (Saphris)

Haloperidol (Haldol)

Clozapin (Clorazil)

Perphenazin (Trilafon)

Iloperidon (Fanapt)

Loxapin (Loxitan)

Lurasidon (Latuda)

Thioridazin (Mellaril)

Olanzapin (Zyprexa)

Trifluoperazin (Stelazin)

Paliperidon (Invega)

Die folgende Tabelle vergleicht die Nebenwirkungen zwischen den Medikamenten der ersten und zweiten Generation. Wie Sie sehen werden, haben atypische Medikamente genauso viele Nebenwirkungen:

Erste Generation (typisch) Zweite Generation (atypisch)

Schüttelfrost

Schläfrigkeit

Zittern

Gewichtszunahme

Muskelzuckungen

Verschwommenes Sehen

Muskelkrämpfe

Verstopfung

Vorübergehende Lähmung

Mangelnder Sexualtrieb

Unruhe

Trockener Mund

Veränderungen der Atmung und der Herzfrequenz

Nervosität

Wenn Sie unbedingt Medikamente einnehmen müssen, beachten Sie bitte die möglichen Nebenwirkungen und besprechen Sie diese mit Ihrem Arzt. Verlassen Sie sich jedoch nicht allein auf Medikamente zur Behandlung, da sie nur einige der Symptome behandeln und keine Schizophrenie heilen.

Eine gesunde Ernährung, Bewegung, unterstützende Therapien und das Beenden ungesunder Gewohnheiten wie Rauchen tragen wesentlich zu einer optimistischen Genesung und Bewältigung dieser Krankheit bei.

Isolieren Sie sich nicht - suchen Sie eine Selbsthilfegruppe auf

Selbsthilfegruppen sind eine gute Möglichkeit, Kontakt mit jenen zu erhalten, welche die gleiche Reise wie Sie unternehmen. Sie helfen Ihnen, eine sichere Umgebung zu schaffen, in der Sie Sie selbst sein und Ihre Erfahrungen teilen können. Im Gegenzug können Ihnen andere Mitglieder ermutigende Worte anbieten.

Sie können Selbsthilfegruppen der Nationalen Allianz für psychisch Kranke (NAMI) beitreten. Einige lokale NAMI-Kapitel unterstützen nicht nur die Schizophrenie, sondern bieten auch "Family-To-Family"-Programme an, die Familienmitgliedern helfen, Schizophrenie zu bewältigen und zu verstehen.